Im Journal Schule der Salzburger Nachrichten, erschienen im Oktober 2026, steht ein Porträt, das uns besonders freut: Johannes Pöppe ist Oberarzt an der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Uniklinikum Salzburg und hat selbst dreizehn Jahre lang eine Waldorfschule besucht. Seit diesem Schuljahr gehen zwei seiner Kinder bei uns am Campus zur Schule. Den Kontakt zur Redaktion hat der Waldorf Campus vermittelt.

Dreizehn Jahre Waldorfschule, dann Medizin und Musik

Von 1989 bis 2002 besuchte Pöppe die Freie Waldorfschule Heidelberg. Schon Großmutter und Mutter waren Waldorfschülerinnen, der Weg war damit, wie er sagt, vorgezeichnet. Nach dem Abitur studierte er parallel Medizin und Musik in Freiburg, das Musik-Masterstudium führte ihn bis an die Musikhochschule Köln. Am Ende kehrte er zur Medizin zurück. Über Traunstein und Freiburg kam er 2018 endgültig nach Salzburg.

Was aus der Schulzeit geblieben ist

Im Gespräch erzählt er von Praktika, unter anderem im Forst, von Theaterstücken in der achten und in der zwölften Klasse und von den Jahresarbeiten: ein selbst gebauter Vitrinenschrank mit vierzehn, ein Konzert mit Cello und Horn in der Abschlussklasse. Prägend war auch ein halbes Jahr an einer Highschool in Kalifornien. Das Handwerkliche und das Künstlerische, das Malen, das Arbeiten mit Holz, die Bildhauerei, findet er bis heute in seinem Beruf wieder.

Zitatkachel: Neurochirurgie umfasst viele künstlerische und handwerkliche Aspekte. Johannes Pöppe.
Johannes Pöppe im Journal Schule der Salzburger Nachrichten, Oktober 2026.

Implantat aus dem 3D-Drucker

Heute leitet Pöppe die neurochirurgische Intensivstation der Christian-Doppler-Klinik und operiert vor allem Hirntumorerkrankungen. Bekannt wurde er darüber hinaus als Vorreiter für den Einsatz von 3D-Druck in der Medizin: 2023 erhielt eine Patientin nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ein Implantat, das im 3D-Drucklabor des Uniklinikums Salzburg entworfen und produziert wurde.

Eine Familientradition, die weitergeht

Dass nun zwei seiner vier Kinder die Waldorfschule Salzburg besuchen, führt eine Linie fort, die bei seiner Großmutter begonnen hat. Ein schönes Beispiel dafür, wohin ein Waldorf-Bildungsweg führen kann, und dafür, dass das Künstlerische und das Handwerkliche keine Nebenfächer sind.

Quelle: Jörg Ransmayr, „Ganzheitliches Lernen und Zeit für Entwicklung“, Journal Schule der Salzburger Nachrichten, Oktober 2026, Seite 6 und 8.